1990 – Reise in die « noch DDR »

22. August 1990. Wir fahren morgens in Falshöft vom Haus meiner Mutter ab. Mit schönem Wetter aber bei nur 13 Grad. Mireille ist vor ein paar Tagen aus Italien  angekommen, das heißt fast 1200 Kilometer von Paris am Stück gefahren, was ich sehr bewundere. Seit meinem Unfall rühre ich kein Auto mehr an. Vor zehn Jahren habe ich mich mit meinem offenen VW-Käfer zweieinhalb Mal überschlagen und wurde wie durch ein Wunder  aus dem Auto geschleudert. Damals herrschte nämlich noch kein Sicherheitsgürtelzwang. Ich landete auf meinen zwei Beinen in einem Maisfeld und schwur meinem Schutzengel, dass ich ihn nicht noch einmal so überfordern würde….

Mireille und ich haben uns im März vor einem Jahr kennengelernt. Sie hatte mich für ein Konzert in einem Gymnasium, wo sie Deutsch unterrichtet, gebucht. Mutig hatte sie das geldliche Risiko auf sich genommen, denn am Vortag waren noch nicht genügend Schüler angemeldet. Aber am 30. März war der Saal voll und die Schüler waren begeistert von meiner Vorstellung. Die zuerst so störrische Direktorin spendierte sogar (leider lauwarmen…) Champagner!  Seitdem haben wir uns langsam aber sicher von Bekannten zu Freundinnen entwickelt.

Nach dem Mauerfall waren wir beide euphorisch. Dieses ist unsere erste gemeinsame Reise. Ich habe sie vorgeschlagen, da ich natürlich sehr neugierig auf die andere Hälfte meines Landes bin, die für mich bisher quasi unzugänglich war. Seit sechs Wochen ist die D-Mark im ganzen Land gültig. Wir wollen von Falshöft (16 km nördlich von Kappeln an der Schlei gelegen) bis nach Rügen immer an der Ostsee entlang fahren. Für Mireille als Deutschlehrerin, die ihren Schülern die Mauer und deren Fall erklären will und muss, ist diese Reise natürlich auch hochinteressant.

Am Schickimicki-Strand in Timmendorf kostet ein Krabbenbrötchen stolze sechs Mark fünfzig, dafür sehe ich auf dem Teller der Klofrau aber nur Pfennige. Danach kommt bald die ehemalige Zonengrenze mit dem Todesstreifen, aber endlich ohne die Vopos. Hurra! Ich habe Herzklopfen….Das erste Dorf nach der Grenze erscheint uns besonders hässlich. So stelle ich mir ein Dorf nach Kriegsende 1945 vor. Wie haben die Menschen hier nur so lange so leben können? Es stinkt fürchterlich nach Kohle und nach dem Benzin- gemisch der Trabis und Wartburgs.

In Dassow verlassen wir die „Touristenstrecke“ mit zehn ‚stolzen‘ Stundenkilometern wegen der riesigen Löcher im Kopfsteinpflaster. Hier gibt es nur niedrige Backsteinreihenhäuser mit Aufklebern wie z.B. „Wir lassen uns nicht verkaufen“. Eine Frau in Gummistiefeln und Kopftuch geht vorbei. Wie zu meiner Kindheit in Bad Lauterberg. Die Dörfer sind in einem desolaten Zustand. Aber herrliche Alleen gibt es überall, mit Bäumen,  die seit Jahrzehnten nicht beschnitten wurden. Wenn wenigstens das so bleiben könnte…

In Wismar, unserer ersten Stadt „im Osten Deutschlands“  stehen wir im Stau. Es stinkt so sehr, dass uns übel wird. Wir trinken einen sehr schlechten Kaffee im „Alten Schweden“, einem leeren Renommierlokal. Ich zahle drei Mark vierzig dafür plus zehn Pfennig Trinkgeld  – und dann noch zwanzig Pfennig in der „Pachttoilette“. In der Stadt stehen sehr schöne renovierte Fassaden neben völlig heruntergekommenen. Viele Vietnamesen verkaufen gewaltige Radio-Kassettenrecorder. Es gibt so viel Obst und Gemüse wie im Westen und preiswerter auf dem Markt.Und einen besonders schönen Brunnen.  Die Nikolaikirche ist zwar imposant mit ihrem einundachtzig Meter hohen Kirchturm, aber das Kirchenschiff ist total zerfallen und sie ist nur von Dienstag bis Samstag von 10 Uhr bis 11 Uhr und von 14:30 bis 16 Uhr geöffnet. Schade.

Wir trösten uns mit dem malerischen Hafen, dem zweitgrößten der DDR, in dem aber jetzt nur West-Boote liegen. Alle Leute sind ausgesprochen freundlich zu uns « Franzosen », um uns den Weg zu weisen. Wir werden auf der ganzen Reise kein einziges anderes Auto mit einem französischen Nummernschild sehen…

Am Ende des Tages kommen wir in Kühlungsborn an, bei wunderschönem Abendrot aber mit Schmerzen im verlängerten Rücken wegen des Kopfsteinpflasters. Da es zum Zelten wirklich zu kalt ist, müssen wir alle Hotels abklappern. Sie sind öde und teuer. Doch im « Haus Sonntag » finden wir ein Doppelzimmer mit Dusche, WC und Frühstück für nur dreiβig Mark. Herr Schulz, ein richtiger Seebär mit Greenpeace-T-Shirt und -mütze, hatte einen Herzinfarkt und wartet auf seine Operation in Berlin. Seine Frau, klein und zierlich, kommt aus dem Gewächshaus, wo sie Paprika anbauen. Das Haus gehört ihnen seit vier Jahren, daher haben sie keine allzu großen Sorgen. Während wir uns unterhalten, heulen über uns die « Friedenstauben des großen Bruders » (O-Ton Schulz für russische Jagdflugzeuge!) und die alte Dampflok « Molli » kommt, ihre abendliche Runde zu drehen.

Herr Schulz redet wie ein Wasserfall, ist aber rührend um uns bemüht, weil er möchte, dass wir zwei Nächte statt nur einer bleiben. Er staffiert uns mit einem Plan des Ortes, Tipps für Restaurants und Besuchen in die Umge- bung aus. Erst einmal gehen wir essen.

Wir landen in der « Kornstube ». Parkett, Holztische, Tanzfläche mit Klavier, Glitzerkugel, rote Beleuchtung, Leuchtstoffröhren über Blumenbänken — ich fühle mich völlig in meine Kindheit der 50er und 60er Jahre zurückversetzt. Viel (zu viel !) höfliches Personal und ein tolles Essen : Schollenfilets und Bauernfrühstück für nur zehn Mark. Beim Wein muss man aufpassen, denn ein Glas kostet vier Mark achtzig, die ganze Flasche aber nur zehn Mark! Die hübsche nette Kellnerin erzählt uns, dass « vorher » jeden Abend ZWEIHUNDERT Menschen hier essen woll- ten. Jetzt sind wir dreiβig! Niemand kann sich jetzt mehr einen Restaurantbesuch leisten, doch die Fixkosten des Betriebes bleiben dieselben.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Heiligendamm: eisige graue Gischt, Strandkörbe und « Strandgrill ».

Auf der Warnemünder Strandpromenade später dann etwas Sonne, einige ganz Harte baden – uns fliegt fast der Kopf weg vor Wind! Sehr hübsche Promenade « Am Strom » mit reizenden Häusern und Schiffchen. Ich telefoniere mit meiner Mutter. Ein ungeduldiger Belgier motzt hinter mir: « Telefon nix gut, dauernd kaputt!! » und bekommt von irgendwoher die phlegmatische Antwort: « Selber eins bauen! » Wir lachen uns schief. DAS ist Humor!

Im Zentrum von Rostock ist es fast 12 Uhr und wir sausen zur Marienkirche, einem Kleinod der Backsteingotik, denn genau um 12 Uhr spielt die astronomische Uhr, das ist einmalig! 

Es ist so kalt, dass eine heiße dicke Erbsensuppe angesagt ist und danach ein Bummel durch die Fußgängerzone. Endlich finden wir die ersten vernünftigen Postkarten — die aus Kiel kommen!! Wenn ich Geschäftsfrau wäre, könnte ich hier ein Vermögen mit neuen Postkarten machen, denn die alten, verblassten, gelb-grünlichen sind einfach nur sauhässlich!

Höhepunkt des Tages ist der schwebende Engel von Barlach in der kleinen gemütlichen Kirche von Güstrow mit ihren nummerierten Holzbänken. Wir stehen sehr bewegt vor Barlachs Werk in der Gertrudenkapelle. Der schön streng blickende Engel sieht aus wie ein Kollege von Daniel, dem Engel aus dem wunderbaren Film « Der Himmel über Berlin » von Wim Wenders.

Weiter geht es nach Schwerin. Sehr schön ! Man merkt gleich, dass diese eine Residenzstadt ist, alles wird renoviert und nur die « großen Brüder » stören mit ihrem Krach am Himmel. Das Schloss ist unserem Château von Chambord ziemlich ähnlich.

Der See drum herum, mit hübschen und gepflegten Bootshäusern, ist malerisch. Wunderschöner Markt, Theater, Museumsplatz, sehr erstaunliche Geschäfte, die Fassaden schon zum großen Teil wieder herge-richtet, ein schöner Springbrunnen —-nur in die Seitenstraßen darf man nicht  gucken, denn da ist alles noch grau, braun, hässlich oder verfallen…

Rückfahrt durch das wellige Land an vielen Seen vorbei, durch die herrlichen Alleen, an denen wir uns gar nicht satt sehen können, leider ahnend, dass sie dem Begradigungsfimmel der westlichen « Sachzwänge » weichen werden müssen. Hier gibt es noch ursprüngliche Dörfer ohne Reklametafeln und Wahlplakate, eine Art schöne heile Welt mit zwei Pferdewagen, einer Gänsefarm und einem sehr malerischen Sonnen-untergang…

Erst um 9 Uhr abends trudeln wir wieder bei Herrn Schulz ein. Der ist schon in Sorge um seine « zwei jungen Mädels »! Diesmal essen wir in der « Mühle », die leider das genaue Gegenteil von gestern ist, nämlich  prätentiös, weniger gut und teuer.  

Am Morgen darauf bestaunen wir die Marienkirche in Bad Doberan. Wunderbare Wandmalereien mit Blumenranken wie in Florenz. Ich fühle mich immer sehr viel wohler in evangelischen Kirchen als in den in jeder Beziehung kalten katholischen Kathedralen. Hier gibt es in einer Seitenkapelle ein « Atelier », wo Fresken wiederhergestellt werden und vor allem eine unglaubliche « Theaterkapelle » des Herzogs und der Herzogin von Mecklenburg mit Perlmuttintarsien und STEINköpfen auf Holzkörpern, weil der Herzog « kein Holzkopf sein wollte »!

Während wir weiter unter einem wunderbaren blauen Himmel durch die Ostseebäder trudeln, mit schönen Durchblicken aufs Meer oder auf die Bodden und Haffs, wird es Mittag. Wir suchen einen Picknickplatz – und landen in den Kläranlagen. Wir lachen uns halbtot und essen schließlich auf einer schönen Wiese in der Sonne, müssen uns allerdings wegen des kalten Windes dauernd an und ausziehen.

In Stralsund ist schwer was los auf dem großen Markt und wir bestaunen einen witzigen Obstverkäufer nebst klasse frisiertem Sohn, der, wie alle Kinder hier semmelblond, kurz geschoren und mit Schwänzchen im Nacken DIE angesagte Frisur trägt.  Haufenweise Kinder überall, in Gruppen oder einzeln, die alle sehr glücklich aussehen. Wie in den anderen Städten auch hier total verfallene Häuser und schön wieder herausgeputzte dicht nebeneinander. Schöner Spaziergang am « Binnensee » entlang, mit einer sehr groβen Fontäne, Booten und Pedalos.

Ganz leicht geht es über den Damm nach Rügen und dort fahren wir weiter durch die wunderschönen Alleen nach Lauterbach, das uns von Herrn Schulz empfohlen wurde.

Im Ort gibt es nirgendwo ein Fenster mit Schild und der Aussage « Zimmer frei », wir müssen also weiter am Meer entlang nach Neuendorf. Hier gibt es einen wunderbaren Ausblick und Reetdachhäuser, hier würden wir gerne bleiben! Leider finden wir nichts und müssen zurück nach Lauterbach. Ich nehme mir ein Herz und beginne, herumzufragen. Im ersten Haus ist nichts frei vor morgen und wir haben immer noch keine Lust zum Zelten. Während ich noch an der Tür stehe, hält ein Mann am Gartenzaun. Ich habe das Gefühl, dass alle Menschen hier Dackelohren haben und ausnahmsweise ist es mal gut, dass ich so laut rede! Er bietet uns nämlich seinen  Bun-galow für dreiβig Mark die Nacht an! Eine halbe Stunde später sind wir königlich instal- liert: Schlafzimmer, zwei Wohnzimmer, Dusche, Küche, Terrasse, Garten mit Schaukel (hurra!), Obstbäumen, Himbeeren und Tomaten von denen wir nehmen dürfen, so viel wir wollen. Herz, was willst du mehr?! 

Später fahren wir über unglaublich schlechte Straßen nach Thiessow und wundern uns darüber, dass sie hier am Strand den Windschutz über Nacht stehen lassen, ohne Angst, dass er am nächsten Morgen geklaut ist. Bravo ! Schloss Granitz ist leider schon geschlossen und wird außerdem renoviert. Jammerschade, denn von hier oben muss man einen herrlichen Blick über die Insel haben! Abends essen wir im „Schwarzen Bären“, der nach nichts aussieht und sich als ganz toll herausstellt mit Holztäfelung an den Wänden, alten Fotos und einer auf der Schiefertafel handgeschriebenen Speisekarte, fast wie in Frankreich. Spezielle Weinprobe für mich am Tresen, da es hier leider nur halbtrockene Weine gibt.

Kaum sitzen wir am Tisch, kommt ein Mann, stellt sich als Klaus vor und fragt höflich, ob er sich zu uns setzen dürfe. Wir denken, er sei von hier und sagen fröhlich ja, denn wir möchten ja so viel wie möglich Kontakt mit den Einheimischen haben.  Er ist auch einer und zwar  Biervertreter. Primitiv aber glücklich, wütend über die « Bundis » (er sagt nicht Wessis) die die Leute hier ausnehmen wie die Weihnachtsgänse, indem sie ihnen Gebrauchtwagen und Versicherungen andrehen. Ich schäme mich in Grund und Boden für meine Landsleute! Mireille und er trinken Warsteiner Bier, während ich fast die ganze Buddel Wein alleine zische –  entsprechend fröhlich fällt der Heimweg unter einem phantastischen Sternenhimmel aus.

Am nächsten Morgen : heller Sonnenschein,  blauer Himmel, Himbeeren vom Strauch schon vor dem Frühstück und ein Moment schieren Glücks für mich auf der Schaukel. Über 40 und weder leise noch weise,tzz.

Wir fahren zum Königstuhl in der Stubbenkammer durch traumhafte Buchenwälder wie aus dem Bilderbuch. Aber wir werden schwer übers Ohr gehauen, denn eine Mark Eintritt dafür, dass wir rechts und links von uns das Meer sehen dürfen, ist wirklich unverschämt! Abstieg erst auf normalen Pfaden, dann allerdings zu Mireilles hellem Entsetzen über eine Leiter fünf Meter steil zum Strand hinab, um die Kreidefelsen zu bewundern.

Erst im zweiten Anlauf finden wir danach einen einigermaßen windgeschützten Platz, haben aber als Plagen Wespen und Quallen, die uns das Baden glücklicherweise unmöglich machen — denn es ist immer noch genauso kalt.

Weiter geht’s zum Fischerdörfchen Vitt, wo es « Fischbrötchen aus dem Küchenfenster » gibt— allerdings nur an bestimmten Tagen, denn so steht es geschrieben: » Donnerstag gibt es nichts »! Oh du glückliches Land ohne Marktwirtschaft!

Zweites Beispiel: die Wittower Fähre funktioniert nur jede Stunde und nimmt ganze sechs Autos mit. Wir sind aber fünfundzwanzig! Also fahren wir trotz des grausamen Kopfsteinpflasters die ganze lange Strecke zurück. Wir kommen uns vor wie zur Zeit der Pferdekutsche und trösten unsere schmerzenden Rücken mit einem friedlichen Abendessen auf unserer Terrasse. Es wird leider gestört durch das Warten auf das Tele- fonat nach Berlin. In diesem Land gibt es nämlich kein öffentliches Telefon bzw. es funktioniert nie. Nur Mireilles Charme ist es zu verdanken, dass sie, nach stundenlanger Warterei, doch noch die Verbindung nach Berlin bekommt und ihren Freund Jacky von unserer morgigen Ankunft informieren kann.

Später am Abend haben wir noch ein bitter-schönes Erlebnis am Hafen mit dem Einlaufen – trotz der völligen Windstille – einer Segelregatta. Die Schiffe kommen aus der gesamten DDR und wir würden uns sehr gerne mit den jungen Leuten unterhalten. Aber wir blitzen total bei denen ab und gehen leicht beleidigt in unser Häuschen zurück. Am Morgen danach sehen wir dieselben Boote davon segeln und sind leicht schadenfroh: ätsch, wieder kein Wind für euch ! Das kommt davon, wenn man so muffig ist…

In Greifswald, im Museum von Caspar David Friedrich, sind wir enttäuscht, denn es gibt nur ein einziges von ihm gemaltes Bild zu sehen. Alle anderen Exponate handeln nur von ihm und seiner Familie. Wir haben ein langes Gespräch mit der Museumswärterin: sie sind zu siebt als Personal, wo einer oder eine ausreichen würde. Alle sehen ein, dass es « so auf keinen Fall weiter gehen konnte ». Selbst wenn sie alle Angst vor dem Arbeitsverlust haben, so begrüßen sie doch ohne Ausnahme die Tatsache, dass sie jetzt wenigstens meckern können ohne Gefahr, dafür sofort ins Kittchen zu kommen! Aber ansonsten hoffen sie wie die Kinder vor Weihnachten, dass das Christkind, soll heißen die Bundesrepublik, es schon richten wird … Allerdings gibt es auch andere Menschen, wie den Besitzer der Tankstelle, der seine Ärmel aufkrempelt und uns einlädt, im nächsten Jahr wiederzukommen, um dann seine neue Garage zu bewundern ! Bravo !

Bei der darauffolgenden Fahrt durch die Mecklenburgische Schweiz wissen wir uns vor lauter « Ohs » und « Ahs » wegen der riesigen Wälder und Seen gar nicht zu fassen. Dagegen sind wir schwer enttäuscht über die Tatsache, dass wir an keinem der Seen picknicken dürfen!

So begnügen wir uns mit einem Feld mit Aussicht auf ein rotes Giebeldach über grünem Wald und denken viel an Theodor Fontane. Und noch eine weitere Enttäuschung auf dem Weg nach Berlin erwartet uns: alle Burgen und Schlösser sind in oberhässliche « Institutionen » umgewandelt worden und es wird sicherlich Jahre, wenn nicht Jahr- zehnte dauern, bis das alles restauriert werden kann.

ABER hurra !!! Kein Mensch mehr in den Kontrollhäuschen auf der Autobahn und wir rauschen nur so durch, hinein nach Berlin und bis nach Friedenau, wo wir, nur hundert Meter entfernt von unserer ehemaligen Wohnung in der Rotdornstraße, ein für hier typisches « Souterrainzimmer » bewohnen werden. Und als ich in der verräucherten Berliner Eckkneipe die Nummer in der  Jukebox  « Schöner fremder Mann » drücke und Connie Francis zu singen beginnt, bin ich gerade nochmal sechzehn Jahre alt und glücklich, wieder in meiner zweiten Herzensstadt zu sein!

WAS BLEIBT: Der Herzog, der kein Holzkopf sein wollte und „DONNERSTAG GIBT’S NIX!“

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